ÖZP 1998/2  S.193-210

Wolfgang H. Güttel

PROGRAMMATISCHE INNOVATIONEN UND PARTEIENWETTBEWERB. EINE EMPIRISCHE ANALYSE DER WAHLPROGRAMME DER ÖSTERREICHISCHEN PARTEIEN VON 1983 BIS 1995

Das programmatische Innovationsverhalten der österreichischen Parteien von 1983 bis 1995 wird anhand der Wahlprogramme untersucht. Der Anteil der innovativen Argumente in den Wahlprogrammen war während dieser Zeitperiode durchwegs sehr hoch und im wesentlichen von kontinuierlichen Veränderungen in der Umwelt der Parteien, von partei-internen Wandlungsprozessen sowie von den unterschiedlichen strategischen Grundausrichtungen der Parteien beeinflußt. Zweitens wird untersucht, welcher Wettbewerbstheorie - Bedeutungs- oder Konfrontationstheorie - das Innovationsverhalten in den Wahlprogrammen folgt. Die Aufnahme innovativer Argumente entspricht den Annahmen der Bedeutungstheorie: Bei der Auswahl der Wahlkampf-Issues setzte jede Partei eigene Schwerpunkte und gliederte oftmals die neuen Aussagen in traditionelle Issuebereiche ein. Insgesamt dienten die innovativen Argumente in den Wahlprogrammen den Parteien nicht nur zum Aufgreifen von erfolgversprechenden Neuerungen, sondern in einem erheblichen Ausmaß zum Fortschreiben bisheriger, traditioneller Issuebereiche.

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