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1998/4 Europa zwischen Integration und Ausschluß Europa between Integration and Exclusion |
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ÖZP 98/4, 363-376 [INHALT] [English] Patricia Bauer (Hamburg) Die Osterweiterung der EU hat
begonnen. Jedoch steht nicht fest, an welchen Politiken der Gemeinschaft
die beitretenden Staaten teilnehmen werden, so daß unterschiedliche
institutionelle Status der Mitgliedschaft wahrscheinlich sind.
Zudem werden durch das Projekt der Währungsunion unter den
bisherigen Mitgliedern verschiedene "Geschwindigkeiten"
entstehen. Schließlich liegt völlig im Dunkeln, welche
Chancen institutioneller Einbindung für die nicht beitrittswilligen
oder nicht beitrittsfähigen Transformationsstaaten bestehen.
Dies wird zu einer Differenzierung innerhalb Europas führen,
die nicht nur institutionelle Unübersichtlichkeiten nach
sich zieht, sondern auch Wohlfahrtsverluste für alle Transformationsstaaten
generieren könnte. ÖZP 98/4, 377-390 [INHALT] [English] Sieglinde Gstöhl
(Liechtenstein) Seit jeher haben verschiedene Auffassungen
bestanden über das Verhältnis von "Vertiefung
versus Erweiterung" der Europäischen Union (EU). In
den 1990er Jahren scheint sich die Ansicht durchgesetzt zu haben,
dass beide Strategien gleichzeitig verfolgt werden können.
Dies setzt jedoch die vermehrte Zulassung differenzierter Integration
voraus. ÖZP 98/4, 391-406 [INHALT] [English] Klaus Giering (München) Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit den institutionellen Defiziten der Europäischen Union im Vorfeld der Osterweiterung. Der Vertrag von Amsterdam sollte die institutionellen und strukturellen Reformen von Maastricht fortsetzen und die Europäische Union auf den Beitritt von elf Staaten Mittel- und Osteuropas sowie Zyperns vorbereiten. Im Ergebnis hat der neue Vertrag zwar wiederum zahlreiche Anpassungen an den institutionellen Strukturen vorgenommen, ohne die Union und ihre Institutionen ausreichend auf die anstehende Erweiterung vorzubereiten. Die eher kosmetischen Korrekturen des institutionellen Rahmens der GASP haben zudem wenig zur Stärkung der externen Handlungsfähigkeit beigetragen, und die neu in die Verträge eingeführten Flexibilisierungsmöglichkeiten werden aufgrund der weitreichenden Einschränkungen kaum zur Anwendung kommen. Mit Blick auf die Handlungs- und Erweiterungsfähigkeit der EU sind daher weitere Reformanläufe vorprogrammiert. Dazu werden mögliche Reformoptionen vorgestellt, die mit mehr oder weniger weitreichenden Veränderungen am bestehenden Institutionensystem unterschiedliche Voraussetzungen für den weiteren Verlauf der europäischen Integration schaffen würden. ÖZP 98/4, 407-424 [INHALT] [English] Manfred Spiesberger
(Lausanne) Die Europäische Union eröffnet
beitrittswilligen und geeigneten Staaten eine konkrete Beitrittsperspektive;
sie nimmt damit einerseits politische Verantwortung in Europa
wahr und verfolgt andererseits handfeste ökonomische Interessen.
In mancherlei Hinsicht differente Beitrittskandidaten machen
es allerdings nötig, für unterschiedliche Problemlagen
probate Lösungen zu finden. Ein möglichst reibungsloser
Ablauf des Beitrittsprozesses soll damit gewährleistet werden. ÖZP 98/4, 425-442 [INHALT] [English] Heiko Prange (Liechtenstein) ÖZP 98/4, 442-458 [INHALT] [English] Peter A. Kraus (Berlin) ÖZP 98/4, 459-472 [INHALT] [English] Frank Schimmelfennig
(Darmstadt) Warum streben die Staaten Ost- und Mitteleuropas in die Europäische Union? Warum hat die Europäische Union sich zur Osterweiterung entschlossen? Warum werden formelle Beitrittsverhandlungen bisher nur mit Estland, Polen, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn geführt? Ein soziologischer Ansatz zur Analyse internationaler Institutionen und Organisationen beantwortet diese Fragen am schlüssigsten. In der soziologischen Perspektive repräsentiert die EU die europäische liberale Staatengemeinschaft. Staaten, die die Werte und Normen der liberalen Gemeinschaft teilen, streben auch die Mitgliedschaft in der Union an. Die EU erweitert sich, weil sie ihren konstitutiven Ideen verpflichtet ist. Staaten, die die Gemeinschaftswerte und -normen internalisiert haben und ihr innen- und außenpolitisches Verhalten an ihnen ausrichten, haben das Recht erworben, der Gemeinschaftsorganisation beizutreten. Für die formellen Beitrittsverhandlungen hat die EU die Staaten ausgewählt, die die größten Fortschritte bei der Internalisierung der Gemeinschaftswerte und -normen gemacht haben. ÖZP 98/4, 472-480 [INHALT] [English] Helmut Kramer (Wien) Der Erweiterungsprozeß der Europäischen Union sollte mit einer konzeptuell-methodischen Erweiterung der Politikwissenschaft verbunden werden. Leitende Prinzipien sind hier eine Erneuerung der normativen Demokratietheorie im Kontext der Mehrebenenpolitik der Europäischen Union, die verstärkte Berücksichtigung von Historizität, die kritische Reflexion von Inklusion und Exklusion in den Analyseperspektiven sowie eine Praxis der Interdisziplinarität, die sich auch in einer konkreten Veränderung und Ausweitung der Inhalte und der traditionellen Formen von politik- und sozialwissenschaftlichen Untersuchungen niederschlägt. |